Teil 1: Szenarien besprechen
Szenario A – Das Online-Bekanntschaft
Auf Facebook meldet sich ein Mann namens «Thomas Brunner» bei Ihnen. Er ist verwitwet, Ingenieur, arbeitet auf einem Schiff. Er schreibt täglich, fragt nach Ihrem Alltag, schickt Blumen-Emojis. Nach drei Wochen schreibt er:
«Ich habe ein Zollproblem – meine wichtigen Dokumente sind festgehalten. Ich brauche dringend 800 Fr. Ich zahle dir alles zurück, wenn ich zurück bin. Du bist die einzige Person, der ich vertraue.»
Diskussionsfragen
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Was geht Ihnen bei dieser Geschichte durch den Kopf?
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Welche Warnsignale haben sich über die Wochen aufgebaut?
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Was würden Sie dieser Person antworten?
Warnsignale und richtige Reaktion anzeigen
Typische Warnsignale:
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Person lebt weit weg oder «auf einem Schiff» – kann sich nie treffen
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Videoanruf immer unmöglich («technisches Problem»)
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Vertrauensaufbau über Wochen, dann plötzlich Geldbitte
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Emotionaler Druck: «Du bist die Einzige…»
Kein Geld überweisen. Kontakt beenden. Bei Unsicherheit: Vertrauensperson oder Pro Senectute Beratung kontaktieren.
Szenario B – Der Spendenaufruf nach dem Erdbeben
Nach einem schweren Erdbeben sehen Sie auf Facebook folgenden Post:
«Helfen Sie jetzt! Das Rote Kreuz braucht Ihre Spende dringend. Jeder Franken hilft den Opfern. Jetzt spenden: bit.ly/roteskreuz-hilfe»
Diskussionsfragen
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Was macht diesen Aufruf verdächtig?
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Wie würden Sie trotzdem helfen, wenn Sie spenden möchten?
Warnsignale und richtige Reaktion anzeigen
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Kurz-Link verschleiert das echte Ziel
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Echter Spendenaufruf erscheint auf der offiziellen Webseite, nicht nur in Social Media
Direkt auf redcross.ch oder ikrk.ch gehen und dort spenden. Nie über Links aus Social Media oder E-Mails.
Teil 2: Mein persönlicher Sicherheitsplan
Wählen Sie aus der Liste unten die fünf Schutzregeln, die für Ihren Alltag am wichtigsten sind. Ergänzen Sie mit eigenen Worten, wie Sie diese Regel konkret umsetzen.
| Schutzregel | So setze ich sie um | |
|---|---|---|
[ ] |
Bei Zeitdruck immer innehalten und jemanden fragen |
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[ ] |
Nie über Links aus E-Mails auf Banken oder Shops einloggen |
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[ ] |
Keine Fernwartungssoftware für Unbekannte installieren |
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[ ] |
Bei Geldforderungen immer Rückruf über bekannte Nummer |
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[ ] |
E-Mail-Anhänge nur öffnen, wenn ich sie erwartet habe |
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[ ] |
Für wichtige Konten ein eigenes, starkes Passwort verwenden |
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[ ] |
Zwei-Faktor-Authentifizierung bei E-Mail und Bank aktivieren |
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[ ] |
Bei Spendenaufrufen direkt auf die offizielle Webseite gehen |
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[ ] |
Bei verdächtigen Nachrichten jemanden aus der Familie fragen |
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[ ] |
Eigene Regel: _ |
Abschlussquiz
Die Kursleitung liest die Fragen vor – beantworten wir sie gemeinsam.
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Woran erkennen Sie eine gefälschte E-Mail?
Absenderadresse prüfen, Links nicht anklicken (Schwebetrick), Zeitdruck ist Warnsignal, keine Anhänge von Unbekannten öffnen.
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Was tun Sie, wenn ein «Microsoft-Mitarbeiter» anruft?
Sofort auflegen. Microsoft ruft nie unaufgefordert an.
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Was ist die sicherste Methode, auf Ihre Bank-Webseite zu gelangen?
Adresse selbst im Browser eintippen – nie über Links aus E-Mails.
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Was macht ein Passwort sicher?
Mindestens 12 Zeichen, keine Namen oder Daten, für jeden Dienst ein eigenes Passwort.
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Jemand bittet Sie online um Geld – was ist Ihr erster Schritt?
Innehalten, die Person über einen anderen Kanal direkt kontaktieren und fragen.
Notfallkontakte
| Anlaufstelle | Kontakt |
|---|---|
Nationale Meldestelle (NCSC) |
ncsc.admin.ch → Meldung einreichen |
Kantonspolizei |
Nicht-Notfall: 117 / lokale Nummer |
Pro Senectute Beratung |
prosenectute.ch → Beratungsangebote vor Ort |
Vertrauensperson aus der Familie |
Name: _ Telefon: _ |